Interaktive Steuergerätekommunikation für Test und Diagnose
Generationswechsel
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- Gegenwärtiges Softwareportfolio
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- Hardwareexplorer
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- myCAR Philosophie
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- GUI-Layout von myCAR
Das Spektrum an Softwarelösungen zum Test der Buskommunikation in Fahrzeugen ist oftmals sehr stark an den Testsystem-Funktionen und Anwendungen der jeweiligen Anbieter orientiert. Eine neue, modulare und interaktive Softwaresuite verspricht schnellen, unkomplizierten, alltäglichen Umgang mit Steuergeräten.
Bei GÖPEL electronic war es bisher nur durch mächtige und somit preisintensive Testsequenzer möglich, die leistungsstarken Interfacebaugruppen mit hausgemachter Software zu nutzen, welche zudem erfahrene Benutzer voraussetzte. Die Möglichkeiten für Anwender von Göpels Kommunikationskarten begrenzten sich früher darauf, einen statischen Testsequenzer zu nutzen oder auf Treiberebene die Hardware in eigene Applikationen zu integrieren.
Nach sorgfältiger Analyse der Interessen von Kunden wollen zwei Drittel der Anwender in erster Linie eine Software, mit der sie Busdaten senden, empfangen und monitoren können. Lediglich ein Drittel benötigt Analysefunktionen für Auswertungen sowie eine Realisierung von kundenspezifischen Sonderfunktionen.
Des Weiteren fehlte bisher eine innovative Plattform für das interaktive Arbeiten mit Steuergeräten, in der Anwender agieren und reagieren können und nicht in einem Testsequenzer ein ganzes Prüfprogramm erstellen müssen. Das trifft auf alle Steuergeräte mit einem Kommunikationsinterface zu, insbesondere auf Steuergeräte mit verbundener Mechanik oder auch Baugruppen mit Displays, Knöpfen und Schaltern, wie etwa Anzeigeinstrumente, Radio- und Navigationssysteme oder HMI (Human Machine Interfaces).
Hinzu kommt, dass gerade Neuanwender nach einem einfachen und ökonomisch machbaren Einstieg in den Dschungel an verfügbaren Lösungen suchen. Daher wurde daran gearbeitet das Spektrum für potenzielle Anwender zu erweitern, um auf ihre Wünsche, von universeller Basissoftware bis hochkomplexer Kundensoftware, flexibel und differenzierter reagieren zu können.
Ziel – Lösung
Die Lösung für diese Problemstellung besteht in einer interaktiven Software, die sich an den bestehenden Interfacebaugruppen orientiert. Eine solche Software bedarf einer klaren inneren Struktur und muss gut durchdacht sein.
Aus Gründen einer effektiven und zeitnahen Entwicklung sind etablierte Kernfunktionen wie etwa die Diagnose aus bestehenden Softwarelösungen wiederverwendet worden, und garantieren so fundamentierte Ausgangsbedingungen in einer neustrukturierten Umgebung.
Das Ergebnis ist eine modulare Softwaresuite, die nach dem Prinzip eines Baukastens funktioniert und mit unterschiedlichen Kommunikationsmodulen ausgestattet werden kann.
Kommunikationsmodule sind Grundfunktionen für eine Buskommunikation, wie Senden, Empfangen und Tracen. Für komplexere Anwendungen können die jeweiligen Kommunikationsmodule dann nach Belieben mit speziellen Features auf Basis von PlugIns erweitert werden. Durch einen intelligenten Hardwareassistenten kann zudem die entsprechende Hardwareplattform konfiguriert werden.
myCar
myCAR bezeichnet eine kompakte und leicht bedienbare Softwaresuite, welche die Lücke im Softwareportfolio schließt und für den schnellen, unkomplizierten alltäglichen Umgang mit Steuergeräten steht. Es handelt sich um eine hardwareunabhängige Applikation, die eine Zusammenfassung für alle verfügbaren Kommunikationsinterfaces darstellt. Man kann mit ihr in einem CAN-Netzwerk arbeiten, einen LIN-Teilnehmer simulieren oder einen MOST-Datenkanal aufbauen. Sie kann je nach Anforderung konfiguriert werden und ist jederzeit erweiterungsfähig. Durch eine Abstraktionsschicht auf Treiberebene (API) ist myCAR universell für nahezu alle Interfacebaugruppen verwendbar, sodass Anwender bei veränderten Randbedingungen ohne Probleme auf eine andere Hardwareplattform wechseln können.
Beschreibung
Beim Start und Laden der Ressourcen des myCAR werden alle Softwarekomponenten geladen sowie die verfügbaren Informationen aus dem Hardware-Setup des Hardwareexplorers angezeigt. myCAR arbeitet mit zugeordneten logischen Schnittstellen, die beliebig auf andere Devices/Interfaces geroutet werden können. Durch die Schaffung einer abstrahierten Adressierungsschicht ergibt sich eine maximale Flexibilität bei Änderungen der Hardwareschicht.
Zentrale Instanz bei der Arbeit mit dem myCAR ist eine Projekt-Datei. Diese beinhaltet die konfigurierten Makrooberflächen, welche im Folgenden als Smart-Makros zu verstehen sind.
Eine einfache Bedienung ermöglicht die Gruppierung der Smart-Makros in einer Baumstruktur, die dem Anwender einen schnellen bzw. strukturierten Zugriff erlauben. Die einfache Möglichkeit der externen Codeeinbindung (z.B. einer Dynamic Link Library oder LabVIEW-Funktion) ersetzt hierbei die Erweiterung der Makrobibliothek für nutzerspezifische Funktionen.
Komplexe Funktionen, beispielsweise Fahrzeugrestbussimulationen, werden über Menüeinträge (Assistenten) realisiert, wo sie konfiguriert werden und als kompiliertes Format über ein Smart-Makro ausführbar sind. Im Detail bedeutet dies, dass eine umfangreiche Restbussimulation über einen komfortablen Assistenten konfiguriert werden kann und dann in einer einfachen Sequenz von Befehlen im komprimierten Format ausführbar zur Verfügung steht. Der Vorteil liegt darin, dass für die Smart-Makro-Bibliothek keine komplizierten Oberflächen geschaffen werden müssen und komplexe Zusammenhänge durch einfache Bausteine (Smart-Makros) abgebildet werden. Damit ergibt sich zudem die Möglichkeit Sequenzen aus dem Programm-Generator zu importieren bzw. zu übersetzen und abspielen zu können.
Smart-Makros basieren auf den identischen Speicher- und Treiberstrukturen wie Makros aus dem Programm-Generator und gewährleisten somit eine zentrale Weiterentwicklung als auch ein gemeinsames Bugfixing. Im Erscheinungsbild sind Smart-Makros gegenüber den herkömmlichen Makros stark reduziert, d.h. sie besitzen kein RunTime-Menü, keine Status-Fußzeile sowie einen zum Teil reduzierten Parameterumfang.
GUI Konzept
Im Gegensatz zur Sequenzabarbeitung des Programm-Generators von GÖPEL electronic steht im myCAR die interaktive Bedienung im Vordergrund. Das bedeutet, es müssen mehrere Funktionen parallel dargestellt werden und auch ausführbar sein. In der folgenden Grafik ist die Gliederung der GUI abgebildet.
Über ein Menü sind Kernfunktionen, wie das Verwalten der Projektdaten, Konfigurationen und Zusatzfunktionen, auswählbar. Zentrales Element in der GUI ist das in Baumstruktur abgebildete Navigationsfenster in dem die Funktionen (Smart-Makros) gruppiert sind. Die genutzten Funktionen und Oberflächen stehen dann im Projektfenster zur Verfügung und können gleichzeitig bedient und betrachtet werden.
Ergänzend dazu ist ein Logging-Fenster zu sehen, in dem der Anwender eine Historie seiner Aktionen nachverfolgen kann, sowie ein Attributes-Fenster, in dem zusätzliche Eigenschaften des gerade aktiven Smart-Makros angezeigt werden.
GÖPEL electronic, Jena www.goepel.com
Printausgabe: 2010/3, Seite 58


